Die Persönlichkeit als Grundlage nachhaltiger Führung (S01E05)

Herzlich Willkommen zu meinem Podcast „Nachhaltig Führen“! Möchten auch Sie als junge oder erfahrene Führungskraft zukünftig noch wirksamer und zufriedener – und dadurch auch nachhaltig erfolgreicher – sein? Dann finden Sie in diesem Podcast Inspirationen, Impulse und konkrete Ideen für Ihre tägliche Führungsarbeit.

Die Kernkompetenz von Führung ist Charakter.

Warren G. Bennis

In dieser Episode möchte ich mit Ihnen über die Rolle der Persönlichkeit in der Führung sprechen. Sie bekommen ein Instrument an die Hand, mit dem Sie Ihr eigenes Verhalten und auch das Ihrer Mitarbeiter besser reflektieren und einordnen können und Ihr Gegenüber im Gespräch noch besser zu erreichen.

Hier können Sie die aktuelle Episode abspielen:


Warum ist das Thema Persönlichkeit in der Führung wichtig?

Die Kenntnis der eigenen Persönlichkeit sowie die Fähigkeit, die Persönlichkeit des Gesprächspartners einzuschätzen (ohne diesen jedoch in eine Schublade zu stecken) hilft Ihnen in der Führung dabei:

  • sich selbst und Ihre Wirkung auf andere besser und gezielter zu reflektieren
  • das Verhalten Ihrer Mitarbeiter besser einzuschätzen und zu verstehen
  • sich noch besser auf die Verhaltenspräferenzen Ihrer Mitarbeiter einzustellen und diese im Gespräch noch besser zu „erreichen“

Welche Persönlichkeitstypen gibt es?

In der heutigen Episode orientierten wir uns an einem einfachen Persönlichkeitsmodell, das 4 grundlegende Verhaltensstile beschreibt und sowohl dem DiSG- als auch dem Insights-Modell zugrunde liegt. Dabei ist ein solch vereinfachendes Modell zwar eigentlich zu trivial, um alle Facetten der komplexen menschlichen Persönlichkeit abbilden zu können, es erlaubt jedoch – gerade für Menschen, die sich mit diesem Thema noch nicht intensiv auseinander gesetzt haben – eine gute erste Annäherung.

Verhaltensstile.png

Das Modell unterscheidet den Dominanten, den initiativen, den stetigen sowie den gewissenhaften Persönlichkeitstyp. Wir Menschen haben dabei alle diese Verhaltensstile in uns – jeder in einer etwas unterschiedlichen Ausprägung. Alle Stile verfügen über bestimmte Stärken sowie „zulässige Schwächen“, sodass es kein „gut“ oder „schlecht“ gibt.

Die Stärken des dominanten Typs sind seine positiven Macher-Qualitäten. Diese beruhen auf seiner Zielstrebigkeit und Durchsetzungsstärke und bestehen darin, dass er sehr (mit-)unternehmerisch denkt und Dinge vorantreibt. Gleichzeitig neigt es auch einmal dazu, andere Menschen mit seiner direkten Art ungewollt vor den Kopf zu stoßen.

Der initiative Typ wirkt auf andere Menschen sehr inspirierend. Es gelingt ihm, andere zu begeistern und ihnen eine motivierende Vision aufzuzeigen. Aufgrund seines Drangs nach Freiraum und Flexibilität ist er jedoch auch sehr sprunghaft und oftmals weniger gut strukturiert und in der Lage, „kleinteilige“ Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten.

Der stetige Typ sucht insb. nach Stabilität. Erstens in Bezug auf geordnete Prozesse und Routinen, in denen er effizient und „geräuschlos“ arbeiten kann. Noch wichtiger jedoch sind ihm stabile, langfristige Beziehungen. Daher ist er ein sehr empathischer Mensch, der jedoch Konflikten eher aus dem Weg geht und sich schwer damit tut, auch einmal „Nein“ zu sagen. Zudem stellen knifflige Entscheidungssituationen und insb. auch Veränderungen eine Herausforderung dar, der er sich nur ungern stellt.

Die große Stärke des gewissenhaften Typs ist seine Akkuratesse und Genauigkeit. Der „Blaue“ macht die richtigen Dinge richtig und ist daher immer dort gefragt, wo Perfektion wichtig ist. Jedoch wirkt er mit seinem nüchternen, rationalen Auftreten auf andere Menschen häufig wenig inspirierend und muss aufpassen, sich im Gespräch nicht zu stark in Details zu verlieren.

Diese Typen stelle ich auch in einem meiner Trainingsvideos auf YouTube zum Thema „Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen“ noch einmal ausführlich dar:

Wie sollte ich die einzelnen Mitarbeitertypen führen?

Bei der Führung von Mitarbeitern, bei denen einzelne Verhaltensstile sehr deutlich ausgeprägt sind, sollten Sie auf die folgenden Hinweise achten. Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, die einzelnen Mitarbeitertypen noch besser zu erreichen ohne sich dabei zu stark zu „verbiegen“.

Führung eines dominanten Mitarbeiters:

  • selbstbewusst auftreten, ohne überheblich zu wirken
  • in der Kommunikation „auf den Punkt“ kommen
  • eher das Ziel vorgeben, jedoch nicht den Weg/Prozess
  • persönlichen Nutzen des Mitarbeiters herausstellen
  • Lob/Anerkennung für: Erfolge/erreichte Ergebnisse

Führung eines initiativen Mitarbeiters:

  • lebendig auftreten, ohne zu sehr zu „entertainen“
  • Mitarbeiter für die langfristige Vision begeistern
  • Freiraum gewähren, jedoch „Leitplanken“ geben
  • interessierte Fragen stellen und aktiv zuhören
  • Lob/Anerkennung für: die eigene Person

Führung eines stetigen Mitarbeiters:

  • angenehme („Wohlfühl“-)Atmosphäre schaffen
  • nicht zu sehr unter (zeitlichen) Druck setzen
  • stabiles, geordnetes Arbeitsumfeld schaffen und langsam an Veränderungen heranführen
  • in der Kommunikation eine „weichere“ Sprache nutzen
  • Lob/Anerkennung für: Verhalten gegenüber anderen

Führung eines gewissenhaften Mitarbeiters:

  • gute (fachliche) Vorbereitung auf Gespräche
  • auf Zahlen, Daten, Fakten und Details eingehen
  • zurückhaltende, eher reservierte Körpersprache
  • Ziele und den Weg dorthin gemeinsam festlegen
  • Lob/Anerkennung für: Qualität des Ergebnisses

Ich freue mich, wenn ich Ihnen ein paar Inspirationen, Ideen und Impulse für Ihre tägliche Führungsarbeit geben konnte. Schreiben Sie mir gerne eine Rezension oder geben Sie mir eine Bewertung auf iTunes und senden Sie mir Ihr Feedback über die Kommentarfunktion zu diesem Blog-Eintrag oder auf Twitter unter @FuehrNachhaltig.

Bleiben Sie wirksam, bleiben Sie nachhaltig – und bleiben Sie dran…!


weiterführende Links aus dieser Episode

2 Gedanken zu “Die Persönlichkeit als Grundlage nachhaltiger Führung (S01E05)

  1. vielen Dank Sebastian! ich frage mich allerdings manchmal ob es nicht sinnvoll wäre, Management und Führung voneinander zu trennen (also einen rollenFokus zu definieren – damit könnten wir Führung entkoppeln und die persönliche Entwicklung aller verbessern) – rein aus der praktischen Beobachtung der letzten 25+ Jahre / Menschen die beides sehr gut können sind nicht so häufig anzutreffen, oder?

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber Harald,

      in der Tat sind Personen, die beides beherrschen – wenn überhaupt – sehr rar gesät. Ich habe jedoch bewusst im gesamten Podcast auf die x-te Abgrenzung beider Aspekte verzichtet.

      Gerade in der „klassischen“ Führung, auf die ich mich in der 1. Staffel fokussiere, fallen meiner Beobachtung nach (bis zu einem gewissen Level) ohnehin meist beide Rollen zusammen. Deswegen möchte ich eher Tools und Modelle anbieten, die in beiden Bereichen hilfreich sein können.

      In der 2. Staffel geht es dann stärker um Leadership im Digitalen Zeitalter – Du bist herzlich eingeladen, dann auch als Interviewpartner Deine Erfahrungen zu teilen… 😉

      LG Basti

      Gefällt 1 Person

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