Situative Führung: Wie wähle ich den „passenden“ Führungsstil? (S01E07)

Herzlich Willkommen zu meinem Podcast „Nachhaltig Führen“! Möchten auch Sie als junge oder erfahrene Führungskraft zukünftig noch wirksamer und zufriedener – und dadurch auch nachhaltig erfolgreicher – sein? Dann finden Sie in diesem Podcast Inspirationen, Impulse und konkrete Ideen für Ihre tägliche Führungsarbeit.

Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.

George Bernhard Shaw

In dieser Episode geht es um die Wahl des richtigen Führungsstils. Ich möchte Ihnen Anregungen geben, wie Sie Ihre Zeit als Führungskraft effizienter nutzen und gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Ziele besser erreichen, indem Sie – je nach Situation – unterschiedliche Führungsstile einsetzen.

Hier können Sie die aktuelle Episode abspielen:


Was bedeutet „situative Führung“ konkret?

In Episode 2 haben wir zwischen Führungsstil und Führungsverhalten unterschieden. Unter Führungsverhalten haben wir dabei ein konsistentes und zeitlich überdauerndes Verhalten verstanden. Der situativ variable Führungsstil wird hingegen immer an den „Reifegrad“ (die individuelle Kombination von Qualifikation und Motivation) bei der jeweiligen Aufgabe angepasst.

Ein Beispiel für eine mitarbeiterindividuelle „Reifegrad“-Einschätzung (am Beispiel eines Vertriebsmitarbeiters) finden Sie in der folgenden Abbildung. In den Links am Ende des Beitrags finden Sie zudem die Vorlage zum Ausfüllen für Ihre Mitarbeiter zum Download.

reifegrad_bsp

Welche unterschiedlichen Führungsstile gibt es?

Die Transaktionale Führung betont sehr stark den Austausch von Leitung gegen Bezahlung. hierdurch wird vor allem die extrinsische Motivation der Mitarbeiter angesprochen.

Im Rahmen der Transformationalen Führung versucht die Führungskraft, durch eine inspirierende Vision Sinn zu vermitteln und hierdurch die intrinsische Motivation der Mitarbeiter anzusprechen. Die Führungskraft agiert außerdem sehr stark als Vorbild und fordert den Mitarbeiter dazu heraus, seine Fähigkeiten bestmöglich in die Arbeit einzubringen und unterstützt ihn dabei, diese gezielt weiterzuentwickeln.

Zudem kennen Sie sicherlich weitere Führungsstile, wie z. B. den kooperativen, den autoritären oder den Laissez-faire-Stil. Häufig stehen diese jedoch lose nebeneinander und werden nicht in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht, um – je nach Situation – den jeweils „passenden“ Stil zu wählen. Hierzu dient die sogenannte „situative Führung“, die davon ausgeht, dass eine Führungskraft unterschiedliche Stile beherrschen und einsetzen können sollte, da nicht jeder Mitarbeiter bei jeder Aufgabe gleich qualifiziert und motiviert ist. Diese Führungsstile lassen sich anhand von zwei Dimensionen einordnen und damit im Zusammenhang betrachten: Geht es eher um den Mitarbeiter (Mitarbeiterorientierung) oder die Aufgabe (Aufgabenorientierung)?

Der Gedanke dahinter ist:

  • Durch die Beschäftigung mit dem Mitarbeiter kann ich die Motivation steigern
  • Durch die Beschäftigung mit der Aufgabe kann ich die Qualifikation steigern

Daraus ergibt sich die nachfolgende Zuordnung der Führungsstile zu den einzelnen Kombinationen von Motivation und Qualifikation bei der jeweiligen Aufgabe.

Fuehrungsstil.png

„Eingreifen“ sollten Sie als Führungskraft insb. dann, wenn es bei einer Aufgabe nicht läuft – ansonsten lassen Sie den Mitarbeiter am besten einfach seinen Job machen und halten ihn nicht von der Arbeit ab  😉

In diesen Fällen ergibt sich für die Praxis auf Basis dieses Modells folgende einfache Grundregel:

Woran genau liegt es, dass es gerade nicht läuft?

  • Fehlt Qualifikation? Dann beschäftigen Sie sich mit der Aufgabe!
  • Fehlt Motivation? Dann beschäftigen Sie sich mit dem Mitarbeiter!
  • Fehlt beides? Dann sollten Sie sich auch mit beiden Aspekten beschäftigen und mit der Motivation starten – denn erst, wenn beim Mitarbeiter die „gedankliche Handbremse“ im Kopf gelöst ist, wird er auch in der Lage sein, zuzuhören und bereit sein, sich mit der Aufgabe zu beschäftigen. Sonst gehen Ihre Erläuterungen zum einen Ohr rein – und zum anderen wieder raus…

Tipp: In der nächsten Woche spreche ich im Interview mit dem Trainer und Coach Markus Brand über das Reiss Motivations-Profil. Sie lernen dann ein konkretes Tool kennen, um gerade die oftmals schwer einzuschätzende Motivation besser greifen zu können. Zudem lässt sich aus dem Profil auch Ihr persönlicher präferierter Führungsstil ablesen… 😉


Ich freue mich, wenn ich Ihnen ein paar Inspirationen, Ideen und Impulse für Ihre tägliche Führungsarbeit geben konnte. Schreiben Sie mir gerne eine Rezension oder geben Sie mir eine Bewertung auf iTunes und senden Sie mir Ihr Feedback über die Kommentarfunktion zu diesem Blog-Eintrag oder auf Twitter unter @FuehrNachhaltig.

Bleiben Sie wirksam, bleiben Sie nachhaltig – und bleiben Sie dran…!


weiterführende Links aus dieser Episode

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