Interview mit Sebastian Schmidt: Change-Prozesse partizipativ gestalten (S01E19)

Herzlich Willkommen zu meinem Podcast „Nachhaltig Führen“! Möchten auch Sie als junge oder erfahrene Führungskraft zukünftig noch wirksamer und zufriedener – und dadurch auch nachhaltig erfolgreicher – sein? Dann finden Sie in diesem Podcast Inspirationen, Impulse und konkrete Ideen für Ihre tägliche Führungsarbeit.

Der Sinn meines Handelns ist der Anblick eines glücklichen Menschen

Bodo Janssen

In dieser Episode spreche ich mit Sebastian Schmidt. Sebastian ist Hotelmanager bei der Hotelkette Upstalsboom und sein Ziel ist es, sich als Führungskraft selbst abzuschaffen. Warum er dieses Ziel verfolgt und wie er vorgeht, um sich überflüssig zu machen, verrät er uns im Podcast.

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Hier können Sie die aktuelle Episode abspielen:


Der „Upstalsboom-Weg“: Wertschöpfung durch Wertschätzung

Der Begriff „Upstalsboom“ bezeichnet eine altfriesische Thingstätte aus dem 14. Jahrhundert. Dort stand ein Baum („Boom“), an dem die Pferde aufgestallt („upstallt“) wurden, wenn sich die friesischen Häuptlinge trafen, um in der Gemeinschaft Gleichgesinnter neue Kraft zu schöpfen.

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Der Upstalsboom-Wertebaum (Quelle: upstalsboom.de

Der Upstalsboom-Weg stellt den Mitarbeiter sehr stark in den Vordergrund. Ausgehend von einer Veränderung in der Unternehmensführung haben sich die Mitarbeiter einen „Werte-Baum“ mit 12 Kernwerten erarbeitet, der dann in jeder Organisationseinheit individuelle ausgestaltet wird. Im Hotel Deichgraf sind die zum Beispiel Zuverlässigkeit, Vertrauen und Herzlichkeit. Der Wert Vertrauen wurde beispielsweise in die Formel „Entscheide Du und steh‘ dazu“ heruntergebrochen, um ein gemeinsames Verständnis davon zu erreichen, wie die Werte im alltäglichen Umgang gelebt werden sollen.

Führung ist die Herstellung gelingender Beziehungen von Menschen

Als Führungskraft versteht sich Sebastian Schmidt als „Dienstleister“. Eine zentrale Führungsaufgabe sieht er darin, Menschen zusammenzuführen, damit diese ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können. Als Quereinsteiger hat Sebastian die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, nicht nur an der Aufgabe zu arbeiten, sondern sich vor allem mit den Menschen zu beschäftigen. Hierfür ist es wichtig, selbstreflektiert zu handeln. Daher hat Sebastian eine Coachingausbildung absolviert und nach einem Change-Prozess auf einer 3-monatigen Wanderung nach Orientierung gesucht. Seine eigene Geschichte erzählt Sebastian in einem Video:

Auch die Aufgabe der Mitarbeiter sieht Sebastian sehr stark als Beziehungsarbeit. Gerade diese Beziehungsgestaltung findet in Organisationen häufig nicht so stark statt – ist jedoch in unserer komplexen Welt unerlässlich, um erfolgreich zu sein, da hierarchische Strukturen zunehmend an Wirkung verlieren. Nur durch die Arbeit mit Menschen und eine umfangreiche Partizipation können Menschen ihr Potenzial in der Organisation voll entfalten.

Positives Menschenbild: Mitarbeiter wollen mitgestalten

Sebastian Schmidt ist überzeugt, dass Menschen von Natur aus nach Freiheit und Vertrauen streben – sie wollen sich einbringen und mitgestalten. Daher müssen wir Organisationen und Führung so gestalten, dass die Mitarbeiter eigenverantwortlich handeln können. Das erfordert eine Kultur des Experimentierens und Ausprobierens, in der Fehler dazugehören. Eine solche „evolutionäre Organisation“ sieht Fehler als Aufforderung zum Lernen – dies benötigt jedoch auch Zeit und Verständnis.

Im Veränderungsprozess ist es wichtig, sich individuell mit den Ängsten der Mitarbeiter auseinanderzusetzen, damit Vertrauen in die Person und den Prozess entsteht. Dadurch entsteht Initiative und Umsetzungskraft. Hierfür ist es wichtig, für die Mitarbeiter neue Erfahrungen zu schaffen, um alte Erfahrungen zu ersetzen, die der Veränderung im Weg stehen.

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Change Curve zur Beschreibung der Dynamik von Veränderungsprozessen

Jeder Mitarbeiter durchlebt im Veränderungsprozess typischerweise unterschiedliche Phasen, die in der „Change Curve“ dargestellt werden. Diese verläuft jedoch bei jedem Menschen anders und häufig sind die Führungskräfte, da sie eher in den Prozess involviert sind, den Mitarbeitern zeitlich voraus. Daher ist es wichtig, individuell und verständnisvoll auf die Bedenken der Mitarbeiter einzugehen.

Sebastians Tipps für ein glückliches und reflektiertes Leben:

  1. Glück ist eine Entscheidung – alles, was du dazu brauchst, steckt in dir!
  2. Dankbarkeit für kleine Dinge im Leben erzeugt glückliche Momente!

Ich freue mich, wenn ich Ihnen ein paar Inspirationen, Ideen und Impulse für Ihre tägliche Führungsarbeit geben konnte. Schreiben Sie mir gerne eine Rezension oder geben Sie mir eine Bewertung auf iTunes und senden Sie mir Ihr Feedback über die Kommentarfunktion zu diesem Blog-Eintrag oder auf Twitter unter @FuehrNachhaltig.

Bleiben Sie wirksam, bleiben Sie nachhaltig – und bleiben Sie dran…!


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